Wirtschaftskrise 2020

By | 17.5.2020

Die Wirtschaft ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,2% geschrumpft. Zahlreiche Arbeitsplätze und Unternehmen stehen auf dem Spiel. Ganz vorne steht VW. Das Unternehmen baut weniger Autos und schickt Mitarbeiter nach Hause, weil die Fahrzeuge keiner mehr kauft. Der Verkauf ist um 45% gesunken. Siehe dazu dieser Artikel.

Schuld daran ist aber nicht das Coronavirus allein, sondern die gesamte Situation des Automarktes. Deutsche Autos sind ohne Innovation, nicht Hybrid, nicht Elektro und in Summe ohne Zukunft. Ohne jetzt klugscheißern zu wollen, aber ich habe das schon vor zwei Jahren gesagt. Das kann man hier nochmal nachlesen. Ich wurde für den Blogbeitrag damals angegriffen. Ausgelacht. Verhöhnt. Ich hatte recht. Nehmt es hin, ich hatte recht. Ob euch das passt oder nicht. Und das ist erst der Anfang.

Die Rezession wird bei den 2,2% nicht stehen bleiben. Ich nenne jetzt ganz bewusst keine Zahl. Wie schlimm es am Ende wirklich wird, ist eigentlich noch nicht absehbar.

Ohne jeden Zweifel steht die Automobilindustrie vor einem äußerst großen Problem. Man hat mit Unterstützung der Politik auf den Verbrennungsmotor gesetzt – und jetzt verloren. Kurzarbeit und Staatshilfen in Form von Hilfskrediten werden verschleiern die Entlassung von 10.000 Mitarbeitern. Zuzüglich Zulieferer und Dienstleister. Mittelfristig werden wohl einige 100.000 Jobs wegfallen.

Der für Deutschland so wichtige Industriezweig wird auch mehr als 10 Jahre brauchen, um sich davon zu erholen. Man hat keinerlei Erfahrung mit Hybride und E-Autos. Hinzu kommt das Bashing gegen diese Fahrzeuge. Wie erklärt man den Kunden, das eAutos bisher schlecht waren, und man selbige jetzt selbst produzieren und verkaufen will? In Wahrheit kaufen die Leute Tesla, Renault, Hyundai. Die haben bis zu 20 Jahre Erfahrung.

Aber sehen wir mal weiter. Wir haben nämlich das Problem, das wir – also Deutschland – auch andere Zukunfsthemen eine Absage erteilt haben. Beispielsweise lehnt die Politik die Innovation der Windenergie ab. Die Branche ist inzwischen vollkommen an die Wand gefahren worden – durch die Politik. Ganz bewusst. Der Standort Deutschland ist für die Branche inzwischen uninteressant. Das ist besonders schlimm, weil diese Technologie in den letzten Jahren große Sprünge nach vorne gemacht hat. Aber jetzt ist es zu spät. Der Zug ist abgefahren.

Man führte Debatten über die Entsorgung von durchschnittlich 20 Jahre alten Rotorblättern, Abstandsregeln und über Lobbyisten, denen die Nutzung von fossilen Brennstoffen einfach besser gefällt. Der eine oder andere möchte auch gern die Atomkraft widerbeleben. ich bin schon sehr gespannt darauf, in welchem Landkreis das nächste AKW oder das nächste Kohlekraftwerk gebaut werden muss, weil uns das Know-How für grüne Technologie schlicht fehlt.

Die Probleme waren schon 2011 offensichtlich. Trotzdem gab es viel zitierte Kritiker. Aber wer rechnen kann …

Oder anderes Beispiel: Die Solarindustrie war irgendwann politisch nicht mehr gewollt. Okay, die Technik war etwas neu, befand sich in der Weiterentwicklung und musste angeschubst werden, weil es neu war, und der Deutsche Neues immer erst mal ablehnt. Wie auch immer. Die Solarindustrie ist kaputt, und wer heute auf die Technologie bauen möchte, der kauft bei den Chinesen. So sieht es eben aus.

Wir haben aber noch ganz andere Probleme. Wir sind nämlich vom Export abhängig. So hat inzwischen die Hamburger HHLA mit den laufenden Problemen zu kämpfen. Analysten der NordLB haben bestätigt, dass das Kursziel von 26 auf nur noch 13€ halbiert wird. Das kann man hier nochmal nachlesen. Aus meiner Sicht wird es anderen Hafenstädten nicht anders ergehen. Vor allem Emden wird mit Massenentlassungen rechnen müssen. Ebenso der Jade-Weser-Port.

Man muss sich auch immer vor Augen führen, das die großen und mittleren Unternehmen andere Unternehmen beschäftigen. Vom Dienstleister bis zur Pommesbude. Ich will damit sagen, das Deutschlands Fall nicht geräuschlos vonstatten gehen wird. Es wird ohne jeden Zweifel Existenzen zerstören.

In den letzten Jahren ist es Deutschland sehr gut gegangen. Man hat sich aber darauf ausgeruht, und wichtige Investitionen nicht getätigt. Die Verkehrsinfrastruktur wurde bewusst kaputtgespart. Das war 2017 schon so schlimm, das zu dem Zeitpunkt schon viele Brücken nicht mehr befahrbar waren. Auf den Autobahnen sieht es nicht anders. Auch in Olching sprach ich letztes Jahr schon von dokumentiertem Versagen. Hohn und Spott brachte mir das ein.

Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie man im Rahmen einer schweren Wirtschaftskrise die Versäumnisse korrigieren möchte, während die Sozialausgaben explodieren. Wahrscheinlich mit Steuererhöhung und steigenden Sozialabgaben. Und das wird dann auch das letzte sein, was Deutschland selbst entscheiden darf. Denn dann braucht Deutschland dringend EU-Hilfen. Mal sehen, wer uns dort oben unsere Verfehlungen der letzten Jahre vergibt, und uns Geld zum überleben stiftet.

Wir stehen noch ganz am Anfang der größten Wirtschaftskrise Deutschlands. Und daran ist das Coronavirus nicht Schuld.

Aber … keine Katastrophe ohne Lichtblick. Das ist ganz klar. Während die großen jetzt kaputt gehen, und viele „Das haben wir immer schon so gemacht“-Unternehmen mit in den Tot reißen, haben neue Unternehmen die Chance sich das zu nehmen, was sie wollen. Man könnte es auch eine wirtschaftliche Verjüngungskur nennen, die in Deutschland längst überfällig ist.

In diesem Sinne sei ein Werbelink zu meinem Unternehmen erlaubt https://negteit.de