Unternehmen endlich mal pleite gehen lassen

By | 30.5.2020

Über 600 Milliarden an Hilfskrediten, Hilfsgeldern und Maßnahmen zur Kostendeckung des Alltags wurden von der Bundesregierung beschlossen, bzw. ausgegeben. Die EU hat ein Konjukturprogramm im „bescheidenden Rahmen“ von 750 Milliarden vorgeschlagen.

Nehmen wir an, Deutschland hat 80 Mio. Einwohner. Dann beteiligt sich an der Finanzierung jeder mit 7.500€.

600.000.000.000 : 80.000.000 = 7.500€

Was wäre denn, wenn man statt dieser Hilfskredite und Hilfsgelder mal den Weg der wirtschaftlichen Verjüngungstour gehen würde? Sprich: Jedes Unternehmen das ohne Staatshilfen nicht überleben kann, das lässt man Pleite gehen.

Beispiel: Die Lufthansa erhält jetzt 9 Mrd. Euro, um zu überleben. Würde man dem Unternehmen das Geld nicht geben, dann würden kleine Airlines, die besser aufgestellt sind, einen Zuwachs erleben.

Anderes Beispiel: Mit welcher Begründung bekommen deutsche Autohersteller schon wieder Staatshilfen? Erst eine Abwrackprämie im Jahr 2009, jetzt schon wieder. Plus Kurzarbeitergeld übrigens. Wenn die Unternehmen Pleite gehen, dann würde man der Konkurrenz Luft lassen. Unternehmen wie Sono Motors zum Beispiel, hätten dann eine echte Chance mit neuer Technik den Markt zu erobern. Aber mit den ständigen Staatshilfen für Altunternehmen bleibt die Technik auf dem Stand, wo sie eben steht – stand. Weil, es ändert sich am Verbrennungsmotor seit Jahrzehnten nichts.

Ein Unternehmen, welches keine drei Monate ohne Staatshilfen überleben kann, ist m.E. schlecht geführt. Denn wenn solche Unternehmen von der Hausbank keine Kredite mehr bekommt, dann ist das Unternehmen schon vorher in einer misslichen Lage gewesen, und die Bank möchte das Risiko nicht eingehen. Hier springt jetzt der Staat ein, und verhindert eine Unternehmenspleite. Die natürliche Marktregulierung funktioniert also nicht mehr.

Klar, jetzt kann man damit argumentieren, das man die Arbeitsplätze „retten“ will – oder muss. Aber das ist eigentlich kein Thema. Denn jedes Unternehmen das am Markt verschwindet, macht es Platz für ein anderes aufstrebendes Unternehmen, das der Krise getrotzt hat, und damit seine Überlebensfähigkeit und Überlegenheit bewiesen hat. Damit entstehen neue Arbeitsplätze. Es ist der natürliche Kreislauf. Entstehung, Leben, Sterben. Die einen Unternehmen leben länger, die anderen kürzer.

Für den Arbeitnehmer ist nur eines wichtig: Stetige Fortbildung, und Anpassung. Eine Berufsausbildung bildet heute nach wie vor die Grundlage. Sie ist aber nicht mehr der Kern des Berufslebens. Der Kern der Berufslaufbahn ist stetige Veränderung und Wissenserweiterung. Man darf allerdings nicht darauf warten, das die Arbeitgeber für die weitere Entwicklung und Ausbildung sorgen müssen. Viel mehr ist heute jeder für sich selbst Verantwortlich. Ohne Eigenverantwortung bleibt der Arbeitnehmer auf der Strecke.

Das ist auch genau das, was Unternehmen und Arbeitgeber zukunftsfähig hält: Veränderung, Lernen, Entwickeln. Erfolg ergibt sich nur aus der Zusammenarbeit von zukunftsfähigen Unternehmern und Arbeitnehmern, die bereit sind, Veränderungen zu begleiten, oder sogar selbst einzuleiten.

Staatshilfen verhindern die Entwicklung gesunder Unternehmen.