Funktioniert das Bankensystem nicht mehr so

By | 19.5.2020

Man muss diese äußerst kritische Frage mal stellen dürfen. Der normale Weg wird spätestens seit Corona nicht mehr gegangen. Sprich: Ein Unternehmen braucht Geld, und nimmt einfach einen Kredit auf. Dieser wird mit Zinsen zurückbezahlt. Fertig.

Jetzt ist es so, das die Kredite vom Staat kommen, und die Banken nur noch für 10% der Kreditsumme haften. Und selbst das ist den Banken noch zu viel. Denn wie man in der Presse nachlesen kann, wurden viele Hilfskredite wegen dem bestehenden Restrisiko nicht herausgegeben.

Jetzt steht ein gemeinsamer Deutsch-Französischer Vorschlag im Raum. Es geht um 500 Milliarden Euro, welche für den wirtschaftlichen Aufbau genutzt werden sollen. Das Geld kommt aus einem Kredit, Welchen die EU dafür aufnimmt. Das Geld soll vor allem an jene Statten gehen, die besonders schwer vom Coronavirus betroffen waren, oder es immer noch sind. Der Kredit, den die EU aufnimmt, also die 500 Milliarden, soll über Jahre hinweg zurückgezahlt werden.

Wenn Unternehmen jetzt nur noch Kredite über die Staatskasse bekommen, macht es das bestehende Banksystem in Teilen überflüssig.

Außerdem lernt die Wirtschaft, ganz allgemein jetzt, das im Zweifel der Staat oder die EU Geld locker macht. Probleme werden sozialisiert, während Gewinne privatisiert werden. Das kann nicht richtig sein. Die permanenten Eingriffe des Staates sorgen für eine Wettbewerbsverzerrung, und bei kranken Unternehmen für eine Insolvenzverschleppung. Wirklich „geholfen“ wird also gar nicht.

Das nächste Problem ist natürlich, das die Ausgaben des Staates / der EU steigen, weil die Kredite natürlich bedient werden müssen. Dadurch hat das Verhalten von Bund und EU unmittelbare Auswirkungen auf den jeweiligen Finanzhaushalt. Dadurch steht weniger Geld für Staatsaufgaben zur Verfügung, was Steuererhöhungen nach sich ziehen muss.

Auch wenn Merkel (CDU) dies bislang verneint, so wird diese Art des Regierens unweigerlich dazu führen, das die Steuern und Sozialabgaben steigen müssen.

Steigende Ausgaben, in einer Rezession, sind wichtig, wenn man dem wirtschaftlichen Abschwung wirkungsvoll begegnen möchte. Dieses Geld geben wir aber jetzt schon aus. Wenn sich in den kommenden Monaten die Wirtschaft in der EU also nicht ausreichend erholt, stehen wir vor neuen Problemen.

Es wäre aus meiner Sicht besser, wenn die Banken wieder jene Rolle einnehmen, welche der Wirtschaftskreislauf für sie vorgesehen hat.