Wir sind nicht vorbereitet

By | 15.10.2017

Ja, ich meine das ernst. Wir sind nicht vorbereitet. Und uns läuft die Zeit davon. Der Speckgürtel von München ist auf die möglichen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge überhaupt nicht vorbereitet. Nein, ich fange jetzt nicht an, auf die Automobilindustrie zu schimpfen. Aber Sache und Fakt ist, dass sich das Münchner Umland nicht vorbereitet.

Der Münchner ÖPNV soll ja im kommenden Jahr ausgebaut werden. Wobei der Ausbau darin besteht, dass die Beförderungskapazitäten stark erhöht werden. Dazu zählen dann auch bessere Taktzeiten. Also Busse und Bahnen fahren zum Beispiel öfter. Das ist auch eine Maßnahme, die ich für richtig halte. Wenn ich weniger Autos haben will, dann müssen die Öffis ihre Leistungen deutlich verbessern. Ein attraktiver ÖPNV ist die Grundlage für weniger Autos.

Die Sache hat nur einen Haken. Die P+R Parkplätze an den S-Bahnen sind viel zu klein. Schon heute werden ganze Straßenzüge von Bahnpendlern zugeparkt. Und wenn nächstes Jahr Fahrverbote kommen, dann ist die Olchinger Innenstadt völlig zugeparkt. Gleiches gilt für nahezu alle anderen S-Bahnhöfe.

Und wenn die Dieselschwemme dann die Ortschaften um München herum überflutet, dann steigt auch hier die Luftverschmutzung stark an. Die Hauptstraße von Olching erleidet an den Werktagen den alltäglichen Verkehrsinfarkt. Das ist auch keine Überraschung. Die Stadt Olching hat kein Verkehrskonzept. Und jetzt kommt die Dieselwelle dazu. Vielen Dank auch.

Olching ist auch für die E-Mobilität nicht gerüstet. Es gibt exakt Null Ladestationen in Olching. Also selbst wenn man auf ein eAuto würde umsteigen wollen, dann kann man das gar nicht. Die nötige Infrastruktur ist schlicht nicht vorhanden.

Olching verfügt auch nicht über ein Carsharing-Angebot. Das soll sich ja jetzt ändern. „Stadtauto“ wird Olching mit einem Fahrzeug ausrüsten, welches immer an der gleichen Stelle steht. Ein Auto. Nochmal in Zahlen: 1 Auto. Immerhin kann man dann sagen, dass dieses Auto entweder zu 100% ausgelastet ist, oder es wird zu 0% vom Kunden genutzt. Und größere Carsharing-Dienste wollen nicht nach Olching. Das wundert mich bei unserer Kommunalpolitik aber auch nicht weiter.

In Summe sind wir nicht vorbereitet. Und die Zeit läuft.