Auf Microsoft ist kein Verlass

By | 3.10.2017

Offen gesagt bin ich ein großer Fan von Microsoft, bzw. von Produkten dieser Firma. Aber seit etwa drei Jahren werden die Kunden – also ich -, hingehalten, (gefühlt) belogen und enttäuscht.

Jedes Jahr wird Microsoft als Firma „neu ausgerichtet“. Die Folge davon ist, dass nichts fertig wird. Von der Umstellung auf „mobile first“ ist nichts übrig. Die Umstellung auf „one Windows“ ist gescheitert. Gute Produkte erscheinen in den USA, werden dann aber eingestampft.

Der Verkauf des „Microsoft Band“ dauerte nur ein paar überschaubare Wochen mit stark limitierter Stückzahl. Alles verkauft. Dann eingestellt.

Der Firmenmessenger Lync wurde umbenannt, umgebaut, neu ausgerichtet, nochmal ein neuer Name …. nix halbes und nix ganzes. Und ob es Skype nächstes Jahr in irgendeiner Form noch gibt, kann heute keiner sicher sagen.

Windows Phones. Gute Idee, gutes Produkt … aber man konnte es fast nirgends kaufen. Gleichwohl hat sich Microsoft um die Verbreitung gekümmert … halbherzig. Schwaches Ergebnis mit wenig engagierten Partnern aus dem Mobilfunk. Inzwischen baut kaum mehr jemand Windows Phones. Wer eins kaufen will, kauft bei Amazon oder gar nicht. Auf ein schwindendes Angebot werden die Kunden weniger. Die wenigen Entwickler, die sich um die Windowsplattform kümmerten, springen nach und nach ab. Die Idee von „one Windows“ stirbt. Eine hausgemachte Pleite. Aber damit kennt sich Microsoft inzwischen gut aus.

Und so weiter …

Und heute morgen musste ich noch vor dem ersten Kaffee lesen: Der Streamingdienst „Groove“ von Microsoft wird aufgegeben. Zum Ende des Jahres ist Schluss. Zu wenig Kunden. Zu wenig Kunden ist auch nicht überraschend. Die zugehörige App wurde gefühlt hundert Mal umgebaut. Sie wurde jedes mal schlechter. Einfachste Funktionen fehlen bis heute. Dabei hätte die hauseigene Universalapp wirklich gute Chancen gehabt, der Konkurrenz zu zeigen, wie man sowas macht. Aber der Softwarekonzern gibt auf, weil er sich um seine Kunden nicht kümmert.

Die Kunden „dürfen“ jetzt zu Spotify umziehen. Die Bewertungen der Spotify-Windows-App sind … schlecht. Da steige ich lieber gleich ganz aus, statt neu einzusteigen. Das spart jeden Monat rund zehn Euro.

Ich warte jetzt nur noch darauf, das auch meine gekauften Filme und Serien-App von Microsoft eingestellt werden. Wahrscheinlich schickt mich Microsoft dann zu Amazon Prime.

Alles was Microsoft in den letzten Jahren angefasst hat, endete mit einer Katastrophe. Ständig wechselnde Manager, ständig werden die Kunden ignoriert, ständig werden hunderte (punktuell tausende) Mitarbeiter entlassen. Eine chaotische Firma. Unzuverlässig. Ich möchte in dem Sauladen nicht arbeiten. Nicht mal vorübergehend oder gar als Zeitarbeiter.

Lustig ist, dass Microsoft heute die nächste Plattform startet, auf dessen Schließung ich nur warte. Denn heute wurde die Plattform rund um „Mixed Reality“ gestartet. Wie immer mit einem Event … Events verfolge ich schon lange nicht mehr. Lohnt nicht mehr. Erst werden Sachen versprochen …. und die kommen alle nicht. Oder sie werden nach kurzer Zeit wieder eingestampft. Oder sie werden umbenannt, umgebaut und dann eingestampft.

Amazon Prime Music

Amazon Prime Video