Mein nächster Job …

By | 20.9.2017

… kommt aus dem Internet. Keine Frage. Für den Fall das ehemalige oder derzeitige Kollegen hier mitlesen: Da wo ich jetzt bin, da bin ich richtig.

Zur Wahrheit gehört aber auch, das ich über diverse Netzwerke wie (u.a.) Xing und LinkedIn mit Jobangeboten bombardiert werde. Ich gebe aber zu, das ich da auch nicht mehr jede Mail lese die da kommt. Das gilt besonders dann, wenn schon im Betreff steht:

  • Ihre neue Chance auf …
  • Als spezialisierter …
  • Markführer von …
  • Auf der Suche nach …
  • und so weiter

Ne, im Ernst jetzt. Wer mir da alles Chancen eröffnen will. Meine neue Chance als Elektroniker in einem weltbekannten Unternehmen, von dem ich noch nie etwas gehört habe … zu Wahnsinns Gehältern knapp über dem Hartz 4-Satz. Was für Chancen ich da schon an mir habe vorbeifliegen lassen.

Oder auch die spezialisierten Headhunter und Personaldienstleister. Was habe ich nicht schon alles Angeboten bekommen. Und jedes Mal zerreißt es mich vor Lachen. Wenn eine Leihbude mit dem Tariflohn wirbt, dann ist das Angebot mit dem nächsten Klick gelöscht. Gleiches gilt, wenn die nix sagen, außer man ruft an. Servus.

Übrigens anrufen! Was die am telefonieren sind. Wahnsinn. Da kommt ja Meinereins nicht mehr zum arbeiten, wenn ich dauernd mit „Chancengebern“ telefoniere, die sich dafür feiern, das sie sich an den Mindestlohn halten. Weniger reden und selbst mal den Lötkolben schwingen. Dann wissen die auch, warum keiner mit denen am Telefon sinnlose „Jobangebote“ diskutieren will.

Richtig knuffig ist es, wenn man von den gleichen Leuten unterschiedliche Jobs angeboten bekommt, und in jeder Mail steht drin, das der Auftraggeber Marktführer auf seinem Gebiet ist. Headhunter sind hauptberuflich als Lügner tätig. So sehe ich das. Das muss an dieser Stelle echt mal gesagt werden dürfen.

Andere tun so, als hätten sie mit meinem Profil den heiligen Gral gefunden. Der heilige Gral ist in der Reihe „Indiana Jones“ ein Holzkelch, aus dem man trinken kann. Eine lustige Metapher, wenn man bedenkt, das die Headhunter sich mit solchen Sachen selbst auf den Holzweg gemacht haben.

Manchmal rufe ich dann an, und frage nochmal nach, warum sie diesen lästigen Müll an die Leute verschicken. Und die geilste Antwort bisher war „Ich bin vorher Friseur gewesen. Und ich habe das so gezeigt bekommen. Die Sachen die wir verschicken sind alles Vorlagen. Alles Copy und Paste“. Immerhin: Da ist die Digitalisierung schon angekommen.

Gut. Alles ist nicht Müll. Das muss ich zugeben. Aber rund 80% sind echt routinierter Abfall. Dieser Rest von 20% hat tatsächlich mit interessanten Angeboten zu tun. Und die erkennt man daran, das schon beim Erstkontakt Details genannt, bzw. Kenntnisse nachgefragt werden. Man merkt, das die Anfrage jemand geschrieben hat, der wirklich jemanden sucht, der etwas kann. Und der zahlt auch einen für die Arbeit angemessenen Lohn – wahlweise Gehalt.

Und so muss das auch sein.