Corona und die angeblichen Danksagungen

By | 22.3.2020

Zur Zeit gibt es auf allen Socialmedia-Kanälen Danksagungen an jene, die in den schweren Zeiten in Corona ihrer Arbeit nachgehen. Ich denke, die Danksagungen sind Fake. Ja, sie sind geheuchelt. Glatt gelogen.

Diese tollen Danksagungen aus dem Netz findet man in der Realität nicht. Im Gegenteil. Wer einkaufen gehen muss, der wird angefeindet. Auch 60 Sekunden Wartezeit am Leergutrückgabeautomaten sind zu viel. Da werden die Verkäufer angepöbelt und bedroht. An der Kasse geht es nicht schnell genug? Handgreiflichkeiten sind die Folge. Einkaufen ist inzwischen gefährlich.

Wartezeiten in Arztpraxen oder im Krankenhaus werden vom Patienten in keinster Weise toleriert. Wutausbrüche und übelste Wortmeldungen sind da normal.

Gerade habe ich mein Elektroauto zum Laden an die Ladestation gefahren. Mache ich das nicht, komme ich morgen nicht zur Arbeit. Und ich muss zur Arbeit. Ich bin systemrelevant. Als Servicetechniker im Außendienst halte ich vieles am Laufen, was in dieser schweren Zeit am wichtigsten ist. Krankenhäuser, Banken, Supermärkte, …

Ich war ehrlich gesagt froh, mal für 15 Minuten raus zu kommen. Denn das Auto steht jetzt an der Ladesäule, und ich bin nach Hause gelaufen. Ich postete das auf Facebook. Das war ein mächtig großer Fehler. Klugscheißerei, Hass, Hetze, … kein „Danke, das Du dich immer einsatzbereit hältst“. Nichts aus dieser Richtung.

Die Menschen sind gereizt und aggressiv. Ich würde sogar sagen, dass die meisten sehr gefährlich sind, und dies in der Coronakrise auch nach außen dringt. Jeder Kontakt zu anderen Menschen stellt eine enorme Gefahr dar. Nicht wegen dem Coronavirus, sondern wegen der Aggressivität des anderen.

Ich brauche eure Danksagungen nicht. Ich bin schon zufrieden, wenn man mich in Ruhe meine Arbeit machen lässt.