Restart

By | 4.12.2019

Ich blicke heute auf das berufliche Jahr 2019 zurück. Gut, man kann das auch in aller Kürze wie folgt beschreiben: So ein Kack!

Aber dann wäre dieser Beitrag schon vorbei. Und das ist dann nicht witzig genug für meine Stammleser. Selbige hatten sich beschwert, das meine Inhalte inzwischen zu ernst sind. Das könnte damit zusammenhängen, das es im Jahr 2019 nicht so lustig für mich war. Aber wen interessiert das schon?

However. Was ich brauche ist ein Neustart. Seit zwei Tagen rede ich mit meinen vier Wänden über dieses Thema. Das erste eindeutige Fazit steht auch schon fest: Die Situation ist nach erhöhtem Bierkonsum unklar.

Kennt ihr diese Stimmung, bei der man am liebsten nix mehr sehen und hören möchte? Wenn man einfach mal alles abschalten – oder am besten gleich hinwerfen – möchte? Ungefähr so geht es mir gerade.

Das der Arbeitsmarkt für Kurzschluss Mechaniker unglaublich gut ist … ja, das wusste ich vorher schon. Aber das ist ja nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit sind die Unternehmen verzweifelt. Auf jede(!!!) Bewerbung die ich verschicke, erhalte ich innerhalb kurzer Zeit ein Feedback. Gewöhnlich geht es um die Bitte, doch den Rahmen telefonisch abzustecken, oder um einen Termin zwecks persönlichem Gespräch.

Eine Firma, bei der ich kürzlich war, hat mir zwischenzeitlich direkt einen Vertrag angeboten. Alles fertig für den Neustart? Ich bin Clever, arbeite effizient, kundenorientiert und lebe den Begriff „Service“. Oder anders ausgedrückt: Ich hab´s noch drauf!

Na gut. Ich bin 39 Jahre alt. Ich habe damals noch was richtig beigebracht bekommen. Da gabs diesen Superstarscheiß noch nicht. Aber als Topmodel wäre ich vor 20 Jahren bestimmt gut durchgegangen. In Ermangelung von Barmitteln völlig ausgehungert aus der Pädagogenausbildung raus … ab in die Zeitarbeit und auch die letzten Fettreserven aufgebraucht. So war das damals, nachdem man SPD gewählt hat.

Jetzt ist es so, das man mit dem was man hat, erst mal abschließen muss, um offen genug zu sein, um sich Neues anzutun. Und ganz oft höre ich in diesen Tagen die Frage, ob ich mir den Job überhaupt zutraue. Nun, ich antworte dann folgendes …

Als ich bei einer Laserfirma im Reinraum angefangen habe, hatte ich keine Ahnung von Lasertechnik. Ich habe mich reingefuchst, gelernt, und einen guten Job gemacht. Als ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber angefangen habe, hatte ich keine Ahnung von Wägetechnik. Ich habe mich reingefuchst, und mache einen guten Job.

Ich glaube auch, das ist das eigentliche Problem. Der Job macht mir unheimlich Spaß. Auf der Jagd nach Fehlern in der Elektronik, im Netzwerk, in der Software, … Finding Nemo. Ich meine, man muss erstmal die Brücke im Kopf herstellen, um aus einem ursprünglichen Netzwerkproblem, einen defekten Kondensator auf einer CPU als Fehlerursache auszumachen. Das ist ungefähr das technische Niveau, auf dem ich mich befinde. Nemo? Nice Name!

Also doch kein Neustart? Oder gerade deshalb? Befragen wir jetzt mal das Hopfenorakel.

Es orakelt der Hopfen in aller Klarheit und unendlicher Weisheit bei 4,9 Volt: Weiße Krone auf goldenem Sockel.

Tja, ich bin confused. Dass das Jahr 2019 zum Ende hin nochmal so spannend wird, hätte ich nicht gedacht.

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