Karriere Café

By | 15.11.2019
NAT
NAT

Jobsuche ist ja normalerweise etwas, das einem gewissen gleichbleibenden Schema folgt. Ein roter Faden, dem Folge zu leisten ist. Meistens ist man unzufrieden mit dem was man hat, und schaut sich deshalb nach einer Wiese um, die grüner ist und mehr Blumen zum blühen bringt, als jene, auf der man jetzt steht.

Vielleicht ändert sich das Vorgehen gerade. Vor ein paar Tagen geisterte ich mal wieder auf Xing herum (siehe https://xing.com), und da sah ich ein kommendes Event „NAT Karriere Café“. Ziel der Veranstaltung ist es, das interessierte Bewerber die Firma kennenlernen können, ohne das man sich kennt, oder irgendwelche Verbindlichkeiten eingehen muss. Es wurde ausdrücklich darum gebeten, man solle kommen wie man ist. Und man soll nichts mitbringen. Also zum Beispiel bleibt die Bewerbung zuhause.

Und heute, also gerade eben, war dann soweit. Twizy aufgeladen, und hingefahren. Und eigentlich sollte es fast vor der Haustür eine Ladestation geben. Besser geht’s ja nicht.

Offen gesagt gab es dann vor Ort schon die erste Welle der Ernüchterung. Die Ladestation stand auf dem Firmengelände. Der rechte Anschluss ist außer Betrieb, und der linke von einem Firmenfahrzeug belegt. Twizy aufladen war also schon mal unmöglich. Na, gut dann eben nicht. 🙁

Also stellte ich den Twizy draußen an der Straße ab. Und dann bin ich rein. Ich war ja jetzt schon mal da. Also, … nur wegen der Ladestation jetzt sauer sein? Wäre jetzt auch leicht übertrieben gewesen.

Man kommt also in eine Empfangshalle, die den Namen auch verdient. Sofort stürmte ein kräftiger Mann auf mich zu, der mich aber freundlich begrüßte … nicht wie einen Gast, sondern wie sein bester Kollege und Kumpel. Das war schon toll. Das hat direkt das Eis gebrochen … wo ich doch sonst eher Schüchtern bin. Irgendwie fehlte nur noch das Bier.

Aber gut, es gab ja Kaffee und Kuchen. Zu beiden kann ich aber nix sagen. Ich hatte mir auf dem Weg dahin schon ein paar Sachen und Fragen zurechtgelegt, die mir bei meinem neuen Arbeitgeber wichtig wären.

Es ging mir aber nicht nur darum, hinzugehen, und zu fragen „Was macht ihr, wer seit ihr? Und was wollt ihr?“. Zu diesem Zweck hätte es auch gereicht, die Firmenwebsite aufzumachen, und dort zu lesen und Videos zu gucken.

Ja, Tatsache. Auf der Firmenwebsite gibt es Videos über und von Mitarbeitern. Sowas habe ich auf noch keiner Website gesehen. Gar keine so schlechte Idee.

Ich war ja einigermaßen gut vorbereitet. Und so wurde ich ziemlich zügig alle meine Fragen los. Die meisten wurden auch zu meiner vollsten Zufriedenheit beantwortet.

Das wirklich Interessante war aber nicht das Gespräch mit den Mitarbeitern vor Ort, sondern das Gefühl, was man bekam, wenn man neben denen stand. Zusammenfassend würde ich es so beschreiben wollen „Wir gucken uns das an, und dann machen wir das. Und wir machen das richtig, und nicht nur so halb. Und dann läuft das.“ Dieses Gefühl habe ich schon lange nicht mehr gehabt. Und jetzt bin ich noch nicht mal ein Mitarbeiter von NAT, sondern nur ein „Mensch, mit Interesse“.

Na gut, also „nur Interesse“ stimmt jetzt auch nicht. Ich habe die Firma das erste Mal vor etwa neun Jahren kennengelernt. Die hatten eine große Baustelle in München, und ich hatte über Umwege direkt mit NAT zu tun. Damals war ich Zeitarbeiter, und eben in jener Branche gefangen. Ich war Hausmeister in dem Gebäude, in dem NAT tätig war. Und so kam man sich sozusagen näher.

Ich habe mich aber damals nicht bei NAT beworben, weil ich durch Zufall anders aus der Zeitarbeit rausgekommen bin. Und ich wollte auf Nummer sicher gehen. Die Umstände für mich und NAT waren einfach nicht so gut.

Aus der Zeitarbeit rausgekommen bin ich, weil ein Unternehmen, bei dem ich mal als Zeitarbeiter gearbeitet habe, mir einen echten Job angeboten hat. Und den habe ich dann direkt genommen. Und dann trat NAT in den Hintergrund.

Ich sehe heute nur noch ab zu deren Autos in München herumfahren, weil ich als Servicetechniker selbst oft durch München gurke. Man begenet sich einfach. München ist nicht so groß, wie man meint.

Wie auch immer: NAT bekommt jetzt eine Bewerbung von mir. Und dann sehen wir mal weiter.

Den richtigen Becher habe ich ja schon … 😉