Die böse Greta?

By | 5.10.2019
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Der Feind mit seinen Eckdaten: Weiblich, 16 Jahre jung, Vorname Greta. Ihr Verbrechen? Sie ist Klimaaktivistin. Außerdem leidet sie an Autismus. Speziell bei ihr ist das auch ein Verbrechen.

In einem Absatz einfach mal die breite öffentliche Berichterstattung zum Thema Greta Thunberg zusammengefasst.

Ich würde gerne mal jemanden kennen lernen, der es schafft, 1,4 Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger auf die Straße zu bringen, und diese dann auch noch für ein gemeinsames Ziel eintreten zu lassen. Genau das war am 20.09. allein in Deutschland der Fall.

Von der deutschen Betrugsindustrie, also den deutschen KFZ-Herstellern, habe ich bislang niemanden auf der Straße getroffen, der für den Erhalt des Dieselfahrzeugs demonstriert. Nicht einen einzigen. Ich könnte jetzt auch einfach behaupten „Schweigen bedeutet stille Zustimmung“. Mit anderen Worten: Da es keinerlei Gegendemo gab, sind alle Deutschen mit Fridays for Future einverstanden. Und das Klimapaket Klimapäckchen ist insgesamt als nutzlos eingestuft.

Anders herum: Am 06.06.1986 wurde das Bundesumweltministerium gegründet. Seit 1986 ist zum Thema Umweltschutz ein ganzes Ministerium im Einsatz. Aber trotzdem braucht es 2019 eine Greta Thunberg, die mal Dampf macht – eine 16-Jährige Schülerin aus Schweden. Greta Thunberg ist das Ergebnis einer Jahrzehntelangen Politik, die zu nichts geführt hat, und damit in einer Katastrophe – also dem Klimapäckchen – mündete.

Der extreme Hass, welcher ihr hier in Deutschland entgegenspringt, ist mir unverständlich. Greta nutzt weltweit lediglich Mittel, welche ihr die Gesetzgeber zur Verfügung stellen. Und dazu gehört eben auch das Recht auf die Straße zu gehen, und für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren.

Greta Thunberg schreibt auch niemanden(!) vor, sich zu ändern. Niemand muss seinen SUV verkaufen, und gegen ein eAuto eintauschen. Jeder darf auch weiterhin in den Urlaub fliegen. Und Lagerfeuer im Garten ist auch weiterhin erlaubt.

Greta, bzw. #FridaysForFuture, fordern lediglich einen besseren Klimaschutz. Als 16-Jährige darf sie das auch. Und sie muss das auch. Weil sie sonst das Rentenalter vielleicht gar nicht erreicht – nicht erreichen kann.

Greta Thunberg muss auch keine Schlüsselfertige Lösung für ihre Forderung auf den Tisch legen. Das ist gar nicht die Aufgabe einer 16-Jährigen Schülerin. Diese Lösung hätte im Umweltministerium erarbeitet und von den #Profis vorgelegt werden müssen.

Und was wäre, wenn Greta deine Tochter wäre? Was, wenn deine Tochter sich einer Sache annimmt, die ihr wichtig ist? Möchtest Du dann auch Hasskommentare, Drohungen und Beleidigungen im Netz lesen? Was glaubst Du, wie sich Greta fühlt?

Ich finde es auch eine Frechheit, das die Liga der Klimakiller fordert, die Kinder sollen in die Schule gehen, und nicht für Umwelt- und Klimaschutz auf die Straße gehen. Ich meine, die Liga war selbst in der Schule, und hat dort offensichtlich ganz viele Dinge gar nicht gelernt. Umwelt- und Klimaschutz zum Beispiel. Das stand ganz offensichtlich nicht auf dem Lehrplan.