Datenschutz vs. PayContent

By | 11.8.2019

Jetzt ist es also soweit: Datenschutz vs. PayContent (=bezahlte Inhalte). Ein Kampf, der noch in den Kinderschuhen steckt, und Google in den Ruin treiben könnte.

Ja, ich weiß. In der Werbewirtschaft werden jedes Jahr X Milliarden Euro umgesetzt. Stimmt. Aber Werbekosten, sind erstmal reine Werbekosten. Die viel wichtigere Frage muss aber ROI beantworten. Und hier sieht das inzwischen richtig Scheiße aus.

Ich darf ROI kurz vorstellen. ROI ist keine Person, sondern steht für „Return of Invenstment“. D.h. nichts anderes, das ich etwas investiere, und was daraus erwächst. Ist ROI nahe Null oder sogar negativ, dann lohnt es sich nicht mehr, weiter zu machen.

Genau hier liegt das Problem. Um ROI in der Werbewirtschaft zu bestimmen, muss man den Nutzer ausspionieren. Und das ganz erheblich. Und hier setzte ja kürzlich die DSGVO an. Die Folge war, das die Contentfirmen die guten Inhalte hinter Paywalls verstecken. Sie verkaufen die Inhalte also gegen Geld. Dies macht die Unternehmen unabhängig – und sie brauchen den Zwischenhändler „Werbung“ nicht mehr. Und dem Datenschutz ist ebenfalls genüge getan.

Klar, die verwöhnten Nutzer erschrecken jetzt teilweise, weil sie ihre Kostenloskultur gefährdet sehen. Und in den nächsten Monaten werden sie ihren Unmut darüber bekunden. Einige werden sogar die Anbieter beschimpfen, und versuchen, diese durch emotionsgeladene E-Mails zur Rückkehr der Kostenloskultur auffordern.

Offen gesagt, sehe ich dieser Entwicklung aufgeschlossen entgegen. Fakenutzer werden künftig wirkungsvoll verhindert. Hetzer können sich nicht hinter der vermeintlichen Anonymität verstecken. Die Justiz kann bei digitalen Straftaten leichter agieren. Gesellschaftlich wird uns das auf ein völlig neues – höheres – Level heben.

Und der Journalismus erhält durch die Kunden völlige Unabhängigkeit. Es geht nicht mehr um reißerische Inhalte, sondern es geht wieder um echte Recherche, die dann in Fakten münden kann. Automatischen Contentmaschinen verlieren wieder an Bedeutung. Vielleicht wird dieser FakeNews-Kanal auch ganz absterben. Dem würde ich keine Träne nachweinen.

Als ich Kind war, mussten wir eine Zeitung kaufen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Heute zahlen wir wieder. Aber eben für eine digitale Zeitung – mit all ihren Vorteilen.

Digitale Medien, welche vom Nutzer auch bezahlt werden, haben auch Umwelt- und Klimaschutzseitig ihre Vorteile. Wir holzen keine Bäume mehr ab, um den Papierbedarf zu erfüllen. Wir brauchen keine Druckerschwärze, keine Maschinen, … es ist ein Erfolg der Nachhaltigkeit.

Es ist nur Schade, dass das 20 Jahre gedauert hat.

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