Ergebnis einer Studie

By | 10.2.2019
Biergarten
Biergarten

Wenn eine Interessengruppe etwas belegen möchte, dann strebt sie gewöhnlich eine Untersuchung an – oder besser noch gleich eine echte Studie nach wissenschaftlich anerkannten Maßstäben.

Ohne es belegen zu können, ist es heute jedoch so, das ich denke, das die Mehrheit der Menschen glaubt, das Studienergebnisse immer so ausfallen, wie jener es wünscht, der sie finanziert oder umgesetzt hat.

Imker zum Beispiel stellen die Frage, ob Umweltschäden zum Bienensterben beitragen. Die Antwortet lautet natürlich „ja“, weil alles andere wäre ja wohl wissenschaftlicher Blödsinn.

Würde die gleiche Studie im Auftrag der Bauindustrie umgesetzt werden, wäre das Ergebnis das gleiche, aber mit dem Hinweis, das es Auswege gibt – und der Hausbau somit nicht umweltschädlich sein kann.

Würde die gleiche Studie von einer Stadt in Auftrag gegeben, würde sie freie Flächen bebauen, und gleichzeitig Alibi-Ausgleichsflächen ausweisen, die nicht bebaut werden dürfen – und für Bienen reserviert hätten können …

Dem Ökoaktivisten reicht das alles nicht. Er stellt den Vorwurf in den Raum, das die Studienergebnisse erkauft wurden, damit die Auftraggeber mit einer weißen Weste davonkommen können, und ihr Wunschvorhaben umsetzen dürfen.

Um diesem Vorwurf zu begegnen müssten wir derartige Studien nur noch dann erlauben, wenn die Auftraggeber mit dem Ergebnis der Studie nichts anfangen können oder nichts umsetzen wollen.

Was heißt das konkret? Ob in bayrischen Gewässern Microplastik zu finden ist oder nicht, muss künftig der örtliche Kirchenchor übernehmen – und natürlich muss er die Studie aus eigener Tasche bezahlen. Ob der Acker zu hohe Nitratwerte hat, muss künftig im Auftrag des kommunalen Seniorenheims festgestellt werden. Der Sozialverband testet künftig die Abgaswerte von PKWs.

Wir merken schon: Das ist völliger Unsinn. Gleichzeitig kritisieren wir trotzdem Studienergebnisse, die ein Pharmaunternehmen zu einem Medikament durchgeführt hat – weil wir einen Interessenkonflikt sehen.

Die Kritik bleibt auch oberflächlich. Selbst Medien gehen nicht wirklich tiefer, als es der vorhergehende Absatz vermag. Denn wer wirklich sachliche Kritik üben möchte, der muss gewöhnlich auch Fach- und Hintergrundwissen haben. Bei den meisten ist aber weder das eine, noch das andere zu finden.

Aber es geht auch gewöhnlich nicht um Fach- und Hintergrundwissen, welches man benötigt, um eine Entscheidung treffen zu können. Es geht um Populismus und Stammtischweisheiten.