Panzer für Saudi-Arabien

By | 7.7.2011

Ich schätze mal, das inzwischen jeder mitbekommen hat, das die Rüstungsfirma Krauss-Maffei 200 Panzer an die Saudis ausliefern wird. Der Wert des Panzerdeals wird auf 1,7 Milliarden Euro geschätzt.

In die Kritik geraten ist der Deal deshalb, weil der Verdacht des illegalen Waffenexports besteht. Denn Deutschland darf Waffen nur dann verkaufen, wenn das Land friedlich ist. Davon kann man in Saudi-Arabien allerdings nicht ausgehen.

Insgesamt wird der Vorgang geheim gehalten. Trotzdem ist in verschiedenen Presseberichten zu lesen, das sogar die USA dem Waffenexport an die Saudis ausdrücklich genehmigt haben sollen.

Selbstverständlich ist es unmorlaisch Waffen in ein Land zu liefern, welches immer noch authoritär geführt wird. Fakt ist, das die Machthaber in Saudi-Arabien Angst vor eine Demokratisierung des Landes haben. Viele Länder haben in den vergangenen Monaten ihre Regime auf den Boden der Tatsachen geholt. Und die Saudis holen jetzt zum Gegenschlag aus – mit deutschen Waffen.

Obwohl eine Demokratisierung einerseits wünschenswert wäre, ist dies doch vielen mächtigen Menschen ein Dorn im Auge. Grund: Es geht im Kern nicht um Panzer oder der Schaffung einer Demokratie. Es geht schlicht um das Öl. Liefern die Deutschen keine Waffen, könnte es in Saudi-Arabien zu Unruhen und Aufständen, ja vielleicht sogar zum Bürgerkrieg kommen. Aufgrund dessen würden die Saudis sich gegenseitig umbringen, und der westlichen Welt würde innerhalb weniger Tage das Öl ausgehen.

Der Panzerdeal zwischen Krauss-Maffei und den saudis hat also als Fazit zwei konkrete positive Mitbringsel für uns Deutsche im Gepäck:

  1. Arbeitsplätze werden nicht nur erhalten, sondern über Monate fest gesichert. Neueinstellungen sind auch möglich. Das betrifft nicht nur Kraus-Maffei alleine, sondern logischerweise auch deren Zuliefererunternehmen. An den 1,7Milliarden Euro werden viele mitverdienen.
  2. Die „westliche Welt“ sichert sich ihr „Blut“. Denn ohne Öl geht nichts – gar nichts. Ohne die Saudis steigt der Ölpreis bis ins unbezahlbare.

Angesichts dieser beiden Umstände muss die Moral hinten anstehen.