Krankenkassen brauchen mehr Geld

Die Krankenkassen sind in Sachen Geld unersättlich. Die Beiträge steigen immer weiter und die Leistung nehmen dafür doppelt so schnell ab. Der Gesundheitsfonds sollte dieses Fiasko beenden. Sache und Fakt ist jedoch, das es offensichtlich noch wesentlich schlimmer geworden ist. Die Leistungen wurden noch weniger und der Beitrag wurde z.T. über 3% angehoben.

Und jetzt, zum Jahresanfang, haben einige Krankenkassen erklärt, sie würden mit dem Geld immer noch nicht auskommen. Sie wollten nun den gesetzlich Versicherten persönlich zur Kasse bitten – über den Zusatzbeitrag den die Krankenkassen erheben dürfen.

Doris Pfeiffer, Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung betrachtet es nüchtern. In einem Interview in der FAZ ist zu lesen:

Der Zusatzbeitrag gehört zur Logik des Fonds: Decken die Einnahmen die Ausgaben nicht, muss der Zusatzbeitrag her. Natürlich sparen die Kassen. Aber wer hat denn für die Ausgabenzuwächse gesorgt?

Hm, eine Interessante Frage wer für die Ausgabenzuwächse gesorgt hat. Die Frau Vorsitzende behauptet die Mehrausgaben werden von den versicherten verursacht. Für sie ist das klar. Gut, in ihrer Position würde ich das vermutlich auch behaupten. Denn mit irgendetwas muss meine nächste Immobilie ja schließlich finanziert werden ……

Ihre Frage könnte auch als Aufforderung betrachtet werden, das die gesetzlich Versicherten gefälligst nicht mehr zum Arzt gehen, damit die Versicherten so zum Sparen der Krankenkassen beitragen können. Mit anderen Worten: Liebe gesetzlich Krankenversicherten: Bitte sterbt bevor ihr zum Arzt geht.

Die liebe Doris verdient pro übrigens ca. 187.000,-€ im Jahr. Würde sie auf 127.00,-€ zugunsten von Versicherten verzichten, bräuchten über 15.000 gesetzlich Versicherte  die geforderten 8,-€ im Monat nicht bezahlen. Aber mit 60.000,-€ lebt sie ja dann an der Armutsgrenze. Also geht das nicht. Man könnte auch so rechen: Es braucht rund 23.000 Versicherte die 8,-€ im Monat mehr bezahlen, damit wenigstens das jahreseinkommen der Doris gesichert wird. Schön, das die frau nicht geizig und nicht gierig ist.

Hoffentlich machen die Betroffenen Krankenversicherten von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch und treiben die Kassen so in die totale Pleite!

2 Gedanken zu „Krankenkassen brauchen mehr Geld

  1. peterlustig5545@gmx.de'mattes

    Hi!
    Kein Wunder das sie mehr Geld brauchen.
    Kleines Beispiel AOK:
    Meine Frau war in den Niederlanden Krankenversichert da sie dort gearbeitet hat.
    Die AOK hat die deutsche Betreuung übernommen.
    Das heißt: Meine Frau hatte eine AOK Karte mit der sie hier zum Arzt ging worüber alles abgerechnet wurde. Dann sollte die AOK die Auslagen vom niederländischen KV wiederbekommen. Es wurde in den Niederlanden aber nie etwas abgerechnet. Meine Frau hat jedes Jahr vom Niederländischen Krankenversicherer eine Bonuszahlung von 250 Euro bekommen, weil sie nicht zum Arzt ging. Das ging über 6 Jahre so. In der Zeit waren mehrere Krankenhausaufenthalte (insgesamt knapp 30 tage/Schwangerschaftsdiabetis /Vorwehen), Zwei Geburten und diverse Arztbesuche.
    Hammer oder?
    Seit letztem Jahr arbeitet meine Frau wieder in Deutschland und ist jetzt TK versichert.
    Die AOK schreibt uns aber weiterhin Briefe (Familienversicherung) Sie wollen wissen wer denn alles noch mitversichert werden soll???
    Sämtliche Anrufe unsererseits gehen ins Leere.
    Wir haben in der Zeit in der wir TK Versichert sind schon 5 Briefe (a 55 Cent) die Bearbeitungszeit garnicht mitberechnet.
    Also wenn ich höre das die mehr Geld brauchen, kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

  2. Christian Tietgen Beitragsautor

    Wahnsinn kennt keine Grenzen – soviel ist mal sicher.

    Allerdings gibt es noch eine andere mögliche Ursache für die Steigerung der Kosten im Gesundheitswesen. So beteiligen sich immer mehr Krankenkassen an den Kosten von Zauberdoktoren wie z.B. Heilpraktikern. Und da ist eine Stunde alles andere als günstig. Und dann kommen die Globulikosten dazu. Und ann ist man bei einem besuch schon mal 60-80 Euro los. Die Zaubermittel helfen natürlich nicht. Das macht einen Besuch bei einem Arzt zwingend erforderlich. Dadurch entstehen neue Kosten. D.h. eine Krankheit (<- mal ganz allgemein gesagt) wird von den Kassen zweimal bezahlt. Fazit: Einsparpotential gibt es genug.

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