Was Parteien den Familien versprechen

By | 29.8.2009

Am 27. September wird der Bundestag in Deutschland für die kommenden vier Regierungsjahre neu gewählt. Aber was versprechen uns die Parteien? Mit was locken sie die Wähler zum „richtigen“ Kreuz? Hier eine kleine Übersicht was den Familien versprochen wird.

Steuerlicher Grundfreibetrag für alle

In erster Linie sollen Familien entlastet werden. So will die Union und FDP den Grundfreibetrag von 8.004,-Euro ab 2010 auch auf Kinder anwenden. Die Folge wäre, das die meisten Familien keine Steuern mehr zahlen.

Bisher gibt es nur einen Grundfreibetrag für Arbeitnehmer in Höhe von 7.834 Euro. Für Kinder gibt es nur einen Freibetrag, der in der Steuererklärung geltend gemacht werden kann.

Die SPD will den Kinderfreibetrag von 3.864Euro um 200,-Euro erhöhen. Einkommensschwache können diesen Vorteil bislang aber nicht wirklich nutzen. Das soll sich ändern indem der Kinderfreibetrag in einen Grundfreibetrag umgewandelt wird und so das zu versteuernde Einkommen mindert.

Das Ehegattensplitting

Gründe und Linke wollen das Ehegattensplitting abschaffen und die Besteuerung gerechter gestalten. Vor allem Alleinerziehende und Familien mit kleinem Einkommen sollen davon profitieren.

Dagegen will die SPD das Ehegattensplitting auf jeden Fall erhalten – aber in veränderter Form. Sie begründet es damit, das die Steuerlast in der Ehe gerecht verteilt wird.

Die CSU / CDU will das Splitting erhalten, weil damit die Ehe und die Familie hervorgehoben werden. Das Ehegattensplitting bilde den Kern der Familie, so die Union.

Mehr Kindergeld

Familien mit geringem Einkommen können den Kinderfreibetrag nicht nutzen. So sollen diese künftig 200,-€ mehr Kindergeld bekommen. Das fordert die FDP. Außerdem will die FDP ein Bürgergeld einführen, welches ALG 2, Wohngeld und die Grundsicherung zusammenfast. Sie bezioffert den betrag übrigens mit 662,-€ insgesamt.

Die Linke will eine grundsätzliche Erhöung des Kindergeldes um 200,-€. Außerdem muss der Hartz-4-Satz für Kinder erhöht werden. Außerdem darf das Kindergeld bei Hartz 4 künftig nicht mehr als Einkommen gelten.

Die Union will das Kindergeld erst ab dem dritten Kind erhöhen, um damit kinderreiche Familien zu unterstützen. Ferner will die Union die Situation des Kinderzuschlags verbessern, damit weniger Familien in die Hartz-4-Falle abrutschen.

Die Grünen schlagen eine „Kindergrundsicherung“ vor. Außerdem soll der Regelsatz soweit erhöht werden, das Kinder und Jugendliche damit ernährt und gekleidet werden können.

Flexibles Elterngeld

In einem sind sich alle einig: Einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz sollen alle Kinder ab dem Jahr 2013 haben. Auch soll der Besuch des Kindergartens dann Kostenfrei werden. Die Sache ist übrigens so bereits beschlossen und „abgesegnet“. Schön, das man sich heute darüber einig ist, was nach der nächsten Bundestagswahl in vier Jahren bereits beschlossen ist – unabhängig davon, wer an die Macht kommt.

Nach dem Willen der FDP soll das Elterngeld ausgeweitet werden. So soll es künftig nicht vom Nettolohn, sondern vom Bruttolohn abhängig gemacht werden.

Die Partei die Linke definiert „flexibel“ neu. So sollen Eltern bis zum 7. Lebensjahr des Kindes frei wählen können, wann sie die Elternzeit in Anspruch nehmen wollen. Insgesamt sollen es dann 12 Monate Elternzeit sein.

Die Grünen wollen das Elterngeldgesetz erweitern. So sollen z.B. Studierende und Geringverdiener einen „bedarfsgerechten Sockelbetrag“ erhalten.

Die SPD will den Bezug des Elterngeldes ausweiten. So sollen die Partnermonate auf vier Monate erhöht werden. Außerdem soll Teilzeitarbeit von sieben auf zwölf Monaten erhöht werden.

Die Union möchte es anders: Sie will Elterngeld und Job miteinander verknüpfen. So sollen Eltern künftig in Teilzeitarbeit beschäftigt sein und gleichzeitg über 28 Monate verteilt ein Teilelterngeld bekommen.