Ich bin nicht dafür – aber auch nicht dagegen

By | 19.2.2017

Ich bin dafür, stets die beste Lösung zum Einsatz kommen zu lassen.

Im Zweifel mache ich mir gewöhnlich Feinde. Ich bin da auch ganz gut drin. Das ist nicht zu leugnen. Das hängt damit zusammen, das ich mir sehr schwer damit tue, m. E. unsinnige Entscheidungen zu bejubeln. Beim Thema #Digitalisierung ist das natürlich auch so.

Kürzlich hatte ich mich mit dem Thema „Freifunk“ beschäftigt. Ich habe dargelegt, warum ich davon nichts halte. Das hat die überzeugten Befürworter vom Freifunk zu hohem Blutdruck verholfen. Ich will das gar nicht wieder aufkochen. Es kann jeder selbst nachlesen.

Neulich hat es dann mal wieder Knatsch gegeben. Es wurde kritisiert, das München es wagt, sich von OpenSource-Software abzuwenden, um wieder mit Microsoftprodukten zu arbeiten. Auf sachliche Nachfragen auf Facebook … gab es keine Antworten. Kritik ohne Argumentation kann ich nicht akzeptieren. Ich kann dieses leere Gefloskel nicht ernst nehmen.

Mir geht die sachliche Diskussion mit Fachkompetenten Menschen ab.

Falsch ist auch, das ich allein und ausschließlich Windows – bzw. Microsoftprodukte – nutze. Meine Internetseiten laufen auf Linux-Servern. Warum? Sie sind erstens günstiger und zweitens erfüllen sie die technischen Anforderungen. Warum soll ich mehr Geld für Windows-Server ausgeben? In der #Digitalisierung dürfen keine ideologischen Gedanken als Entscheidungsgrundlage dienen. Die Kernfrage muss immer sein, was ich umsetzen will, und was brauche ich dafür?

OpenSource ist nicht pauschal schlecht. Aber es erfüllt auch nicht immer meine Wünsche. Ein Softwareprodukt, das meine Arbeit nicht erledigen kann, benutze ich nicht. Ich esse eine Suppe ja auch nicht mit einer Gabel.

Dieser Blog hier wird mit WordPress betrieben. Und dieses OpenSource-CMS-Projekt erfüllt die Anforderungen nicht, um wirklich individuell arbeiten zu können. Eigener Code ist zwar grundsätzlich machbar, aber aufwändig und nervtötend. Und genau aus diesem Grund schreibe ich meinen Quellcode lieber selbst. Da weiß ich was ich mache, wie es funktioniert, und ich tue mir leichter bei der Fehlersuche. Außerdem zerhauen mir unvorhergesehene Updates den Quellcode nicht. Auf der anderen Seite sind Blogs oder News-Seiten durch WordPress auch ohne Programmierkenntnisse möglich. WordPress ist nicht pauschal schlecht, aber auch nicht pauschal gut.

CMS ist auch anfällig für Sicherheitsprobleme. Taucht ein Problem auf, sind Millionen Websites betroffen – so wie neulich erst wieder. Wer genug Zeit und Lust hat, wird in einem CMS immer Lücken finden können, um diese auszunutzen.

Wer also behauptet OpenSource ist besser oder sicherer, der hat – sorry – , keine Ahnung.

OpenSource hat auch einen ganz großen Nachteil: Privatlizenzen sind gewöhnlich kostenlos. Und deshalb gibt es für die jeweiligen CMS wie WordPress, Linux, etc. gewöhnlich wenig Geld für die Weiterentwicklung oder Fehlerbehebung.

Oder was passiert, wenn kein Geld da ist, und sich die Entwickler streiten? Was, wenn sich ein OpenSource-Projekt spaltet? Gibt es nicht? Gibt es doch. Man verfolge mal OpenOffice und LibreOffice … Dann lieber Microsoft Office mit gutem Support und einer sicheren Weiterentwicklung. Das wollen die OpenSource-Verfechter natürlich nicht hören, aber es ist eben so. Realität kommt vor Ideologie.

Firefox ist OpenSource. Er kostet nichts und gilt als sicher. Mein letzter Stand ist, das sich Firefox zu 80% aus Google-Werbung finanziert. Google, die „verhasste Datenkrake“ … macht den Firefox in Sachen Sicherheit und Datenschutz zu einer Nullnummer. Das will keiner hören … ist aber so.

Das war jetzt nur ein kleines hin und her von Vor- und Nachteilen. Wenn München also zu Microsoft zurückkehrt, nach 13 Jahren OpenSource, dann werden die ihre Gründe haben. Die Entwicklung von LiMux hat viel Geld gekostet. Die Stadt München ist keine Privatperson, und muss die Lizenzen bezahlen – wie bei Microsoftprodukten auch.

Aufgrund von einer persönlichen Ideologie bei LiMux zu bleiben ist sachlich Unsinn. Und als OpenSource … ist LiMux nicht besser oder sicherer als Microsoft. Im Gegenteil. Denn OpenSource bedeutet, das der Quellcode frei zugänglich ist, und verändert werden kann / darf. Wobei das natürlich der Hintergedanke von OpenSource ist.

Ein sachliche Auseinandersetzung erfordert an die Diskussionsteilnehmer die Bereitschaft, Fakten anzuerkennen, und die Angelegenheit aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten.