Gasgrill

By | 9.11.2016

Vor kurzem habe ich einen Gasgrill gekauft. Einen Weber Q1200. Ein tolles Gerät. Das Grillgut schmeckt, als wäre es gerade erst gegrillt worden. Aber: Was sich lustig anhört, ist nicht immer lustig. Die Wahrheit ist: Ich habe gelitten!

Aber immer eines nach dem anderen. Wir haben in den letzten Jahren immer billige Elektrogrills gehabt. Jedes Jahr einen. Länger halten die Dinger eben nicht. Kostenpunkt: 19,90€ bis 29,95€. Wir sind eine umweltbewusste Wegwerfgesellschaft mit Öko- und Recyclingstandards auf dem Wertstoffhoff – alternativ die Restmülltonne.

Um dieses mal klüger zu sein, habe ich einen Gasgrill gekauft. Er war Scheißteuer. In Summe haben wir in den letzten 10 Jahren aber mehr als das gleiche bezahlt, was dieser Grill gekostet hat. Gut daran ist, das ich den bösen Ökostrom nicht mehr verbrauche. Ich verbrenne jetzt Gas … von Putin(?). Von den Kosten her ist eigentlich beides uninteressant.

Wer einen Weber Gasgrill besitzt, der kennt das Problem, das man auch Weber Gaskartuschen kaufen muss. Um auf Gasflaschen umzustellen, braucht es ein „Umrüstset“. Es besteht aus einem Schlauch und einem Druckregler. Ich fahre also los zum Baumarkt, und will das kaufen. Im ersten Baumarkt erklärt mir der Verkäufer, er könne es mir nicht verkaufen – er hat keins mehr. Und es kommt dieses Jahr auch nichts mehr. Ich solle es doch im Internet kaufen. Das ist bequemer und 25,-€ günstiger als im Baumarkt (35,-€).

Jaaa, gut. Ich will den Schlauch aber sofort. Da hat der stationäre Einzelhandel die besseren Karten – dachte ich. Ich also wieder los zum nächsten Baumarkt. Dort angekommen die Grillabteilung durchsucht. Nix gefunden. Also gefragt. Antwort: „Das haben wir noch nie verkauft. Darum haben wir es nie bei Weber bestellt.“ ….. Kein Wunder. Der Kunde kann ja nicht etwas kaufen, was der Einzelhandel gar nicht im Regal liegen hat. Aber der Verkäufer empfiehlt mir, einfach bei Amazon zu gucken.

Gut. Das hatte ich schon. Ich fahre zum nächsten Baumarkt. Wieder das gleiche. Regal ist leer, und der Verkäufer meinte mit schallendem Lachen „Die Grillsaison ist doch schon längst vorbei“.

Ich also wieder weiter …. und weiter …. und weiter.

Ich fasse zusammen: Ich wollte die lokale Wirtschaft unterstützen. Ich hätte sogar den dreifachen Preis bezahlt. Ich bin 6 Stunden durch den Landkreis Fürstenfeldbruck und Dachau gefahren. Gut. Mit einem Hybrid. Aber trotzdem. Der Einzelhandel will mir nichts verkaufen! Ich habe bei den letzten vieren angeboten, das die das Umrüstset für den Weber Gasgrill bestellen, aber ich zahle das schon vorher und hole es dann nur noch ab. Aber darauf hat sich keiner eingelassen. Keiner.

Ich habe es dann doch online gekauft. Knapp 10 Euro. Und weil ich Amazon Prime Kunde bin gabs keine Versandkosten. Toll.

Und noch etwas … lieber Einzelhandel … Die Grillsaison beginnt jedes Jahr am 1. Januar um 0:00 Uhr. Und sie endet am 31.12. um 23.59 Uhr. Ich entscheide, wann ich einen Grill kaufe. Ich entscheide, wann ich einen drecks Gasschlauch kaufen will.

Und ich kaufe nur noch ONLINE ein, weil ihr mir sagt, ich solle ONLINE  einkaufen! Heult ihr mir nochmal die Ohren voll, der Onlinehandel würde dem Offlinehandel die Kunden wegnehmen!