Arbeitsamt

By | 20.5.2017

Ich habe mich vor einiger Zeit aus verschiedenen Gründen „Arbeitsuchend“ gemeldet. Natürlich beim Arbeitsamt. Also, ich meine natürlich bei der Agentur für Arbeit. Das ist ein monströser Verwaltungsapparat, bei dem keiner weiß was der andere macht und was der Kunde braucht und ….

… ja, Kunde. Ich bin damit gemeint. Der Kunde der Agentur für Arbeit bin ich. Und wie werden Kunden behandelt? Wie der letzte Dreck. Von Service keine Spur. Nirgends. Naja, doch. Bei Amazon gibt es Kundenservice. Aber sonst?

Aber was mecker ich rum? Bei einer staatlichen Behörde mit 10 Mrd. € auf der hohen Kante kann ich ja wohl erwarten, das ich dort einen Ansprechpartner habe. Einen Kundenservice. Einen Sachbearbeiter. Ein Mensch mit Hirn und Verstand. Einer reicht mir. Ich bin bescheiden.

Man bekommt ….. nein …… ich bekomme eine Kundennummer zugewiesen, welche es mir „erleichtern“ soll, einen Zugang zu einem Ansprechpartner zu finden. Gut. Klingt interessant. Neheheheee, jetzt …. wirklich. Ich finde das gut, dass es etwas gibt, was mir hilft.

Mein Ansprechpartner im …. – kein Witz – …. im Internet ist www.arbeitsagentur.de …. aufgepasst? Im Internetnetnetnettneeeeettt *puff* ist mein Ansprechpartner eine Internetseite. Welch Überraschung. Der Kollege arbeitet heute nicht oder fühlt sich nicht zuständig.

arbeitsagentur

Arbeitsagentur

Gut. Dann gibt es einen Kontakt per E-Mail. Fuerstenfeldbruck@arbeitsagentur.de Habe ich jetzt nicht probiert. Lass mal lieber gut sein.

Dann gibt es einen telefonischen Kontakt. Ein Call-Center. Da kennt sich keiner aus. 0800 / 4 5555 00 . Die können Termine vereinbaren. Formulare zuschicken … nix was für mich wichtig wäre.

Kontakt per Brief. Also Old School ….. ich wohne in Fürstenfeldbruck. Fürstenfeldbruck hat ein eigenes großes Arbeitsamt. Aber via Post ist für mich das Arbeitsamt in Weilheim zuständig. Nein, kein Witz.

Mein persönlicher Kontakt hingegen ist das Arbeitsamt Fürstenfeldbruck. Da kann ich aber nur hin, wenn ich telefonisch im Callcenter ein Termin gemacht habe – welchen ich auch schriftlich in Weilheim beantragen könnte ….. nachdem es via Internet nicht geht und die E-Mailadresse irgendwo im Amtsschimmel verrotten könnte.

Als Kunde kann ich mich flexibel an fünf verschiedene Stellen wenden, von denen keine so richtig funktioniert … geschweige denn „kundennah“ ist. Fakt ist: Ich bin eine Kundenummer. Und sonst gar nix.

Ich möchte doch nur einen Ansprechpartner haben. Zum Beispiel einen, der eine DE-E-Mailadresse hat. Denn wir schreiben das Jahr 2017 …. und Entbürokratisierung und Kundennähe sieht heute einfach anders aus.

Ich muss …. nein, ich müsste, die Änderungsmitteilung ausfüllen und nach Weilheim schicken, damit die Agentur in Fürstenfeldbruck Bescheid weiß, das ich einen neuen Arbeitsplatz habe. Ich weiß noch nicht ob ich das Formular ausfülle. Es ist unübersichtlich, klein geschrieben, und was die nicht alles wissen wollen. Es ist Wahnsinn.

Was aber wirklich die Sache auf die Spitze treibt: Würde ich meinen GdB mitteilen, dann hätte die Agentur für Arbeit in München auch noch ein Wörtchen mitzureden …

Es ist chaotisch. Und ich habe ab heute offiziell Angst davor, arbeitslos zu werden und auf dieses Bürokratiemonster meine berufliche Zukunft(?) aufbauen zu müssen.