Bewerber oder Softwaretester

Eigentlich ist meine Rolle klar. Eigentlich. Ich bin auf Jobsuche. Also bin ich Bewerber. Ich suche einen neuen Job als Servictechniker im Außendienst. Aber die Unternehmerlandschaft glänzt durch Inkompetenz. Und genau das macht mich gefühlt zum Softwaretester.

Veraltete Datenbanken

Im vorhergehenden Blogbeitrag habe ich mich schon künstlich darüber aufgeregt, das man seine Daten in Bewerberdatenbanken eintragen muss, und das Unternehmen quasi den Bewerber auf Abstand hält.

Fakt ist: Um diese Bewerberdatenbanken kümmert sich keiner. Warum weiß ich das? Weil bis heute kein Unternehmen auf eine solche Bewerbung reagiert hat.

Aber es gibt noch weitere Hinweise. Zum Beispiel wenn die Datenbanken Fehlermeldungen ausspucken. Und dann, wenn man sich ein wenig auskennt, dann stellt man fest, das MySQL 5.4 oder älter verwendet wird. Sprich: „Table is crashed“. Die aktuelle Version ist 8.4. Aber was weiß ich schon als Elektroniker von MySQL?

Veraltete Datenbanken speichern auch die Daten aus den Formularen nicht mehr, oder nur teilweise. Das erkennt man an Fehlermeldungen – aber auch daran, das man sich in den Bewerberprotalen registrieren muss, aber das angelegte Konto danach stets nicht existiert. Alles für die Katz.

Falsche Servereinstellungen sind auch möglich. So werden Daten innerhalb 24h gerne mal pauschal gelöscht. Die Datum- und Uhrzeiteinstellungen passen nicht. Und so weiter, und so weiter.

Beispiel

Ich war heute wieder auf solch einem Bewerberportal. Heute(!!!), also am 24.02.2026, habe ich meine Bewerbung – versucht – einzureichen.

Servereinstellungen sind falsch

Servereinstellungen sind falsch

Ganz im Ernst: HR 2026 befindet sich in einer desolaten Situation.

lebenslauf.exe

In einem solchen Portal habe ich lokal auf meinem Laptop zu schnell geklickt, und aus Versehen eine .exe Datei hochgeladen. Nochmal … zum mitdenken: Ich habe in ein Bewerberportal, das von einem Unternehmen betrieben wird, eine ausführbare Datei hochgeladen.

Wenn ich also ein Virus, einen Trojaner, … Schadsoftware in ein Unternehmen einschleusen will, dann am besten über HR mit lebenslauf.exe .

Das kann es doch wirklich nicht sein. Wie schlampig, dusselig, … seit ihr?

Daten, die in ein Bewerberportal hochgeladen werden, dürfen maximal .pdf sein. Sonst gar nichts. Und gebt gerne etwas mehr Geld aus, damit die hochgeladenen Daten einem Scan unterzogen werden. Einem Scan nach Schadsoftware.

Es ist offensichtlich unwahrscheinlich, das HR den Unterschied zwischen lebenslauf.pdf und lebenslauf.exe erkennt.

Okay, wahrscheinlich ist das Unternehmen so schlau, das Mitarbeiter keine Adminrechte haben, und somit bestimmte Datein eben nicht ausführen können, bzw. dürfen. Aber wenn das Bewerberportal schon so schlampg konfiguriert ist, wie sieht es dann erst im Rest des Unternehmens aus?

Stephen King, Clive Barker, H.P. Lovecroft, … alles Kinderbuchautoren.

Ich werde dort nie arbeiten. Dank Datenbankfehler.

So „arbeitet“ HR heute. Das kann so nicht funktionieren.

Ja, natürlich habe ich die Datei wieder entfernt. Denn bevor man etwas abschickt, schaut man nochmal drüber. Aus gutem Grund.

Wer kommt durch?

Ich würde sagen, das mindestens 90% meiner Bewerbungen nicht ankommen, nicht gelesen werden, keine Beachtung finden.

Bevor wir uns mit dem – angeblichen – Fachkräftemangel beschäftigen, sollten die Unternehmen ihre HR-Abteilung auf Vordermann bringen.

Komm ins Team, wir sind die Besten, die Tollsten, … nur #Digitalisierung können wir nicht. Und was wir auch nicht können, zeigen wir Dir, wenn wir dich doch einstellen.

Nein, Danke.

Bei mir als Bewerber verhält es sich so: Wenn der Bewerbungsprozess schon nicht funktioniert, dann ist der Rest ein Albtraum. Und dann lasse ich lieber die Finger davon. Wer weiß, was ich mir in den letzten Wochen schon alles erspart habe?

Weise ich die Unternehmen darauf hin?

Gute Frage. Und tatsächlich habe ich das am Anfang meiner Bewerbungsreise noch gemacht. Das Resultat ist Schweigen. Entweder hat die Mails keiner gelesen, oder sie werden schlicht ignoriert. Ich weiß nicht, was schlimmer ist.

Jedenfalls mache ich das heute nicht mehr. Denn die Null-Reaktionen zeigen mir einfach, das es auch hier ein höchstmölgliches Desinteresse gibt.

Und wenn jemand auf diese Arbeitsweise fokussiert ist … was soll ich da? Ich bringe da nur Unruhe rein.

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