Putzmittel

By | 10.6.2017

Geschirrspüler

Meine bürgerliche Herkunft versagt es mir, eigene Bedienstete zu unterhalten. Nicht mal einen Kammerdiener leiste ich mir. Und deshalb wird es kaum jemanden verwundern, dass ich meine Einkäufe selbst tätigen muss.

Zu den Produkten, welche ich einkaufe, gehören selbstverständlich auch Putzmittel. Ohne jeden Zweifel gilt es zu verhindern, dass meine bescheidene Residenz aussieht, wie bei Hempels unter dem Sofa.

Nun, jene unter euch, welche meinen Blog regelmäßig besuchen (vielen Dank dafür), werden sich jetzt vielleicht fragen, warum ich dem Thema Putzmittel heute einen eigenen spektakulären Blogbeitrag widme. Diese Frage möchte ich mit dem Hinweis beantworten, dass die Hersteller ganz offensichtlich eine völlig falsche Meinung von mir haben.

Glaubt man der Werbung, dann ist jeder Haushalt in Deutschland hochgradig infektiös. Erst neulich kaufte ich ein Desinfektionsspray, welches 99,9% allen irdischen Lebens den Garaus macht. Ich habe die Wirkung nicht geprüft – glaube aber an die Wirkung.

Natürlich wird in deutschen Haushalten nur einmal im Jahr abgewaschen. Um die Berge an Geschirr zu bewältigen, kann man Spülmittel mit unendlicher Kraft kaufen. Es löst Fett völlig auf. Eingetrocknetes lässt sich mit einem Wisch leicht wegwischen. Und natürlich sind die Verkrustungen im Topf vom Juli 2014 auch überhaupt kein Problem.

Ja bitte was glauben denn die Hersteller von Putzmitteln? Glauben die wirklich, dass ich nur einmal im Monat abwasche? Meinen die, das Bad wird erst geputzt, wenn die Kacheln nicht mehr erkennbar sind? Ich warte auch nicht mit dem Putzen darauf, dass die Wasserhähne zu einem Kalkabbaugebiet erklärt werden. Oder sind das etwa genau jene Zustände bei jenen, welche Putzmittel produzieren, und ihre eigenen Gepflogenheiten auf andere automatisch übertragen? Man weiß es nicht … aber man munkelt natürlich.

Sei es drum: Beeindruckend ist ja, dass die Lebensmittelreste restlos vernichtet werden können – unabhängig ihres physikalischen Zustands versteht sich -, und trotzdem wird meine Haut zart gepflegt. Sie wird aber nicht nur von dem Teufelszeug für Speisereste jeglicher Art gepflegt, sondern wahlweise duftet sie dann nach Lavendel oder Mandelmilch. Mir ist nicht ganz klar, wie die Putzmittel zwischen organischen Überresten und meiner menschlichen Seele unterscheiden können – aber offensichtlich geht das.

Putzmittel sind auch in den verschiedensten Düften zu bekommen. Apfel, Mango, …. und dann wundert es doch, dass die Putzmittel nicht in die Hände von Kindern gelangen dürfen. Ich bin überrascht. Immerhin wird die Haut doch so gut gepflegt und alles ist so heitteiti sauber, weich und muckelich ….. aber nur für Erwachsene ab 18 Jahre!

Verstehe ich das richtig? Im Alter von 0 bis 17 ist ein Leben in Dreck und Siffe eine Selbstverständlichkeit. Aber dann, Schlag 18, ist es damit vorbei? Und dann muss man losschrubben, wischen, waschen, desinfizieren, entfetten, entkrusten, in Säure auflösen und nach Apfelessig riechen …?

Habt ihr sie noch alle?