Renault Twizy

By | 21.7.2015

Seit gestern Abend bin ich stolzer Besitzer eines Renault Twizy. Und es ist Zeit für eine erste vorsichtige Meinung. Vorsichtig, weil man nach 24 Stunden noch nicht alles gesehen hat.

Ich muss erst mal zugeben: Ich war skeptisch. Klein, leicht und mein Strom soll aus der haushaltsüblichen Steckdose kommen? Glaub ich nicht. Dann habe ich ja lange hin und her überlegt und aus verschiedenen Gründen wurde es ja dann der Twizy von Renault.

Die Kaufargumente liegen auf der Hand, aber ich nenne nochmal jene, die mir besonders wichtig waren:

  • Strom aus der Steckdose: Bei anderen Herstellern von Elektrofahrzeugen muss man sich gleich ganze Ladesäulen und spezielle Ladekabel anschaffen. Die kosten gewöhnlich mehrere tausend Euro – nur allein für die Steckdose. Renault ist da anspruchslos. Ich kann praktisch überall Strom tanken, wo es Strom gibt. Der heilige Schuko-Stecker macht es möglich.
  • Preis: Elektroautos sind noch sehr teuer. Los geht es mit 22.000 € und nach oben sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Allerdings stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach nicht. Inklusive Extras, Überführung und Anmeldung kostet meiner knapp 9.000€. Das passt.
  • Batterie als Leasing-Produkt: Die Leasingrate für die Batterie kostet bei meinem Tarif 50€ im Monat. Der Vorteil: Raucht die Batterie ab, erhalte ich ohne Mehrkosten eine neue. Mir ist das wichtig.
  • Kurzstrecke: Der Twizy schafft zwischen 80 und 100 Kilometer. Für meinen „Hausgebrauch“ reicht das aus. Ich fahre mit dem ja nicht in Urlaub oder so. Arbeit, Arzt, Einkaufen, Freunde – fertig.
  • Kein „Schnick Schnack: Das Auto sollte keinen unnötigen Ballast mit sich führen. Die spartanische Bauweise und die mangelnden „Extras“ kommen mir entgegen. Für 20 Minuten Auto fahren kann ich auf vieles verzichten.
  • Ladezeit: Die Ladezeit habe ich heute getestet. Nach 2h war die Batterie voll – sie war aber nur 3/4 leer. Damit kann ich gut leben.

Trotzdem: Ich bin gerade mit dem Prius gefahren, und es gibt durchaus große Unterschiede. Beim Prius falle ich sozusagen in den Sessel. Und das Lenkrad dreht sich von alleine. Der Twizy ist davon weit weg.

Was aber gut ist: Der Twizy kommt in kleinste Parklücken. Und auch auf der Straße macht er eine so schlanke Figur, dass man auch an den Falschfahrern in Fürstenfeldbruck noch vorbeikommt. Hier ist es üblich möglichst ganz links zu fahren. Ein Rechtsfahrgebot kennt hier niemand. (Lustig, aber ist kein Witz)

Der Twizy lässt den Fahrer praktisch jede Bodenwelle spüren. Er ist nichts für Rückenkranke. Aber man merkt auch, ob sich die Stadt oder der Kreis um die Infrastruktur kümmern. Für Olching darf ich sagen: Unserem Bürgermeister und Räte sind die Straßen Olchings scheißegal. Der Twizy stellt das zweifelsfrei fest. Aber als Bürgermeister fährt man auch keinen Twizy.

Die Zunahme der SUVis ist ja nicht nur auf die Schwanzverlängerung zurückzuführen die er auslöst, sondern auch dem Zustand Deutschlands Verkehrswegen geschuldet.

Aber zurück zum Thema. Der Twizy ist eine gute Investition, wenn es darum geht, ein Fahrzeug langfristig zu fahren, welches für den Alltag besonders praktisch ist und geringe Unterhaltskosten aufweist.

Wichtig ist natürlich, das man eine gewöhnliche Steckdose hat. Ich habe eine direkt vom Stromzähler in die Tiefgarage bauen lassen. Vier Stunden Arbeit und 600€ später war das fertig. Eine Investition in die Zukunft. Aber das ist der Twizy selbst auch.